Förster im Schlamassel

Datum: 24.06.2018

Unternehmungslustige Wanderer im Hochschwarzwald

Erlebnisreiche Tage gab es für 20 Wanderer des TBG Reilingen in der Verbandsgemeinde Seewald. Wenige Kilometer von Baiersbronn gelegen durfte man eine Landschaft mit einer Fülle abwechslungsreicher Touren erleben. Erfreulicherweise meinte es Petrus mit den Wanderern besonders gut. Unterwegs konnte man die Regentropfen an einer Hand abzählen.

Die Eröffnungstour führte von der Nagoldquelle durch das romantische Taubental entlang der Nagold. Auf Wurzeln und rutschige Gefällstrecken musste man besonders achten. Da half jeder jedem. Mit der „Eisenbahn“ klappte das vorzüglich. Beim „Forellen-Karl“ gab es unterwegs, wie es sich im Schwarzwald natürlich gehört, u.a. auch die Schwarzwälder Kirschtorte.

Etwas anspruchsvoller war dann die Tour nach Poppeltal. Der Ort aus dem Kreis Enzklösterle ist durch eine Riesenrutschbahn bekannt. Durch eine Wegsperrung war man zu einem Umweg durch das Kaltenbachtal gezwungen. Durch diesen Zufall kam man sogar zur Enzquelle. In Poppeltal war das Café Rosi mit seinem urigen Ambiente und köstlichen Torten die Überraschung. Da sich die Tour nun maßgeblich verlängert hatte, erfolgte die Rückkehr ab Poppeltal per Bus. Das war mit der Touristenkarte sogar kostenlos.

Wie es der Zufall so will, bot sich bei einer Vortour ein Göttelfinger namens Maik spontan als Wanderführer an. Er begleitete die Truppe auf den beiden letzten Touren. Nach Göttelfingen waren 270hm und etwa 12km doch eine etwas größere Herausforderung.

Maik wusste unterwegs allerhand Wissenswertes und Unterhaltsames zu erzählen. So vom Förster Waldfried Bier, nach dem ein mittlerweile verlandeter See benannt ist. 1988 war beim Baumfällen eine große Kuhle entstanden, die sich mit Wasser gefüllt hatte. So eilig wie es Waldfried bei einem Forstgang hatte, entging ihm das und er rauschte mit seinem Geländwagen volle Pulle in den See. Er konnte sich befreien und zum nächsten Gasthaus laufen. Dort gab es Gott sei Dank einen Kachelofen, an dem er seine durchnässten Kleidungsstücke aufhängen konnte. Förster Waldfried fand das alles natürlich, im Gegensatz zu den anderen Gästen, weniger lustig. Später schrieb er die Geschichte nieder und so bekam der See seinen Namen “Waldfried-See”. Von jüngeren Generationen wurde der See, aus welchen Gründen auch immer, “Bier-See” genannt.

Nach einer Einkehr im Hotel-Restaurant Traube trat man gestärkt den Rückweg an. Der Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Schweden war für diesen Tag das i-Tüpfelchen, einfach kroosartig!

Einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzte die Tour um den Nagold-Stausee. Erst ein steiler Anstieg über die Kälberbronner Steige, dann hinab zur Talsperre und schließlich am malerischen gegenüberliegenden Ufer bis zur Nagold-Mündung. Der 2,5km lange See ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Er gilt mit 35m Tiefe als tiefster Badesee Deutschlands. VALBELLA, ein wahrhaft schönes Tal! So war auch der Name des Lokals bei der letzten Einkehr. Der Name hatte nicht zu viel versprochen: Alles paletti!

Die Wandertour war offensichtlich zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer ausgefallen. Sie bedankten sich ganz herzlich bei den Wanderführern Fritz Seidel und Maik Schaible für die sorgfältige Vorbereitung und Durchführung der Wanderungen. Auch die Wirtsleute Müller vom Tannenhof in Seewald-Eisenbach erfuhren ein herzliches Dankeschön für Unterkunft, Verpflegung und logistischer Unterstützung.

FS